Als junger Student war Karl Barth begeistert von der liberalen Theologie. Sein Vater wiederum war davon nicht so begeistert und schickte ihn für ein Semester zum Auskurieren ins konservative Tübingen (hier war u.a. Adolf Schlatter). Dort langweilte er sich zu Tode und statt sich zu bekehren zog er weiter nach Marburg, damals die Hochburg der liberalen Theologie (hier waren Ernst Troeltsch und Wilhelm Herrmann). Jahre später, nach seiner Abkehr von dieser Theologierichtung, sagte er mal im Rückblick auf diesen misslungenen Erziehungsversuch:

Eines der besten Mittel gegen die liberale und sonstwie üble Theologie besteht darin, sie eimerweise zu sich zu nehmen. Wogegen alle Versuche, sie dem Menschen künstlich oder zwangsweise vorzuenthalten, ihn nur veranlassen können, ihr in einer Art Verfolgungswahn erst recht zu verfallen. (nach E. Busch, Karl Barths Lebenslauf, Zürich 2005, 55)

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