Neben seinen eigenen (nicht zu knappen) Ausführungen gibt Barth in der KD ständig in kleingedruckten Exkursen Belege zum Thema, aus der Bibel oder Kirchengeschichte. Diese Exkurse sind mitunter sehr ausführlich und nicht selten ist man versucht, ein bisschen drüber zu springen. Bei einem lohnt sich’s aber fast immer, genauer hinzuschauen: Der heimliche Star der Exkurse ist eindeutig Luther – so deftig und treffend wie in seinen Zitaten findet man’s eben nirgends sonst. Zur Frage der scholastischen Spekulationen über die immanente Trinität (also Gott, wie er abgesehen von seiner Offenbarung für uns zu verstehen ist), meint Luther:

Wenn sie [die spekulativen Theologen] mit dem Kopf durch den Himmel boren und sehen sich im Himmel um: Dann finden sie niemand als Christus, wie er in der Krippe liegt oder in des Weibes Schoß. So stoßen sie wieder herunter und – brechen sich den Hals. (nach KD I/1, 439)

Eigentlich soll Barth ja angeblich von Calvin irgendwie mehr gehalten haben als von Luther. Ich kann das bis jetzt überhaupt nicht bestätigen. Vielleicht ändert sich das noch im Laufe der KD? Barth hat ja von hier ab noch 30 Jahre lang weiter geschrieben… (seufz)

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