Ich stecke momentan in §14 (KD I/2) mit dem Titel „Die Zeit der Offenbarung“. Unter anderem geht es darum, dass Gott in seiner Fleischwerdung „Zeit für uns hat“; Barth meint das wohl in seinen beiden Bedeutungsspielarten: Gott hat in Christus Zeit für uns, so wie er einen Körper hat, anfassbar wird. Und im ganz praktischen Sinn: Gott hat Zeit für uns, nimmt uns also wichtig. Und hier setzt ein nettes Zitat an, mal wieder aus den kleingedruckten Exkursen:

Wir mögen dabei [dass Gott Zeit für uns hat] wohl daran denken, daß Zeit haben für einander (…) in Wirklichkeit den Inbegriff aller Wohltaten bezeichnet, die ein Mensch dem andern erweisen kann. Wenn ich jemandem meine Zeit wirklich schenke, dann schenke ich ihm eben damit das Eigentlichste und Letzte, was ich überhaupt zu verschenken habe, nämlich mich selber. Schenke ich ihm meine Zeit nicht, so bleibe ich ihm gewiß alles schuldig und wenn ich ihm im übrigen noch so viel schenkte. (KD I/2, 60)

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